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· Contao · 2 Min. Lesezeit

Contao 6.0.2 tauscht TinyMCE gegen HugeRTE

Mit Contao 6.0.2 vom 29. September 2026 steckt im Backend ein anderer Rich-Text-Editor als bisher: HugeRTE statt TinyMCE. Der Auslöser ist eine Lizenzfrage, die Folgen betreffen jede angepasste Editor-Konfiguration.

Contao 6.0.2 tauscht TinyMCE gegen HugeRTE Contao

Warum der Editor gewechselt wurde

TinyMCE hat mit Version 7 das Lizenzmodell geändert. Statt MIT gilt dort GPLv2 oder höher beziehungsweise eine kommerzielle Lizenz. Aus dieser Situation ist HugeRTE entstanden, ein Fork, der unter MIT bleibt.

Contao hat den Wechsel in 6.0.2 vollzogen. Im Changelog steht er als Pull Request 10305. Daneben wurden obsolete IP-Daten aus den Benutzerobjekten entfernt und alte Aufrufe von specialchars bereinigt. Auf Packagist liegt die neue Komponente als contao-components/hugerte mit MIT-Lizenz, das bisherige Paket contao-components/tinymce ist LGPL-2.1-or-later und endet bei den 6.3er-Zweigen.

Für Kundschaft mit Beschaffungs- oder Compliance-Prüfung ist das eine Entlastung. Im Backend entsteht keine Frage nach einer GPL-Pflicht oder einer Kauflizenz. Ob der Wechsel auch in die LTS-Linien 5.7 und 5.3 zurückportiert wurde, ist offen.

Was beim Update brechen kann

Das globale JavaScript-Objekt heisst nicht mehr tinymce. Alles, was darauf zugreift, kann nach dem Update ausfallen. Das betrifft eigene RTE-Konfigurationen, zusätzlich geladene Plugins, angepasste Skins, überschriebene Templates und Extensions, die den Editor erweitern.

Ein kurzer Redaktions-Smoketest gehört deshalb direkt hinter das Update. Öffnen Sie zwei oder drei typische Masken und prüfen Sie Linkdialog, Bildeinbindung, Quelltextansicht und eigene Buttons.

Danach lohnt ein Blick in die Composer-Abhängigkeiten. Taucht contao-components/tinymce nach dem Update weiterhin auf, zieht eine Extension das Paket nach. Dann liegt die eigentliche Arbeit bei dieser Extension.

Die Supportfristen sind das grössere Thema

Contao 6.0 ist erst am 26. August 2026 erschienen und keine LTS. Active- und Security-Support enden beide am 14. Februar 2027. Wer jetzt auf 6.0 migriert, muss im Februar 2027 zwingend auf 6.1 nachziehen. Nicht-LTS-Versionen erhalten ein halbes Jahr Pflege, LTS-Versionen drei Jahre aktiv plus ein Jahr Sicherheitskorrekturen.

Contao 5.7 LTS vom 18. Februar 2026 läuft dagegen aktiv bis 14. Februar 2029 und sicherheitsseitig bis 14. Februar 2030. Bei 5.3 LTS endet der Active-Support ebenfalls am 14. Februar 2027, die Sicherheitskorrekturen laufen bis 14. Februar 2028.

Hinzu kommt die Technik darunter. Contao 6 verlangt PHP 8.4, dazu MySQL 8.0 oder einen entsprechenden MariaDB-Server. Bei Shared Hosting und älteren Managed-Servern ist das oft der Punkt, an dem eine Migration hängen bleibt. Auch lokale Entwicklungsumgebungen auf dem Mac müssen vorher auf PHP 8.4 stehen.

Am 2. Oktober 2026 hat das Core-Team im Recap seines zweiten Meetings festgehalten, dass API- und MCP-Funktionen mit Contao 6.1 im Februar 2027 kommen sollen. Am 15. und 16. Oktober 2026 findet der Contao Summit in Leipzig statt.

Was Sie jetzt tun sollten

Für betreute Contao-Instanzen reicht eine einfache Liste mit Version, PHP-Version und Supportende. Zwei Stichtage gehören markiert: der 14. Februar 2027 und der 14. Februar 2028.

Für neue Projekte empfehlen wir 5.7 LTS, solange kein Budget für den Wechsel auf 6.1 im Februar 2027 eingeplant ist. Vor jedem Major-Update gehören ein Datenbank-Backup und eine Sicherung des Ordners files dazu, und die Migrationsschritte müssen vollständig durchlaufen.

  • Contao-6-Installationen auf 6.0.2 oder höher aktualisieren und danach den Editor durchklicken

  • Composer-Abhängigkeiten nach contao-components/tinymce durchsuchen

  • Bei 5.3-Projekten den Sprung auf 5.7 LTS in die Planung 2027 aufnehmen

  • PHP-8.4-Verfügbarkeit beim Hoster klären, bevor eine 6er-Migration terminiert wird

  • Vor dem Sprung auf 6.0.3 oder 6.0.4 den Changelog prüfen

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